Sarah und Siegfried Gaier

Sarah & Siegfried Gaier — die Menschen hinter mypacing.

Wir sind Sarah und Siegfried. Und wir wissen genau, wie sich das anfühlt.

We're Sarah and Siegfried. And we know exactly how this feels.

mypacing ist nicht in einem Büro entstanden, sondern an unserem Küchentisch — an guten und an sehr schlechten Tagen. Denn wir schreiben hier nicht über eine Krankheit, die wir studiert haben. Wir leben mit ihr.

Vielleicht kennst du das Gefühl: Dein Körper macht nicht mehr das, was er soll. Etwas, das früher selbstverständlich war — Einkaufen, ein Gespräch, eine Treppe — kostet plötzlich alles. Und wenn du es trotzdem tust, bekommst du die Quittung Tage später, wenn du kaum noch aus dem Bett kommst. Genau da fing bei uns alles an.

Früher

Wir sind Motorrad gefahren, wir waren tauchen, wir waren auf Reisen. Sarah stand mitten im Leben, mitten im Beruf — sie arbeitete in der Stadtkämmerei, 39 Stunden die Woche. Ein normales, aktives Leben mit Plänen.

Heute

Das meiste davon geht nicht mehr. Manche Tage bestehen aus Pausen zwischen kurzen Wegen. Das Motorrad steht. Die Weiterbildung — zwei Jahre Arbeit — musste sie kurz vor dem Abschluss abbrechen.

Dann kam Corona — zweimal

2022 hatte Sarah zweimal COVID, dazu über Weihnachten eine Bronchitis. Wir dachten: Das geht vorbei, wie immer. Aber es ging nicht vorbei. Ab Anfang 2023 kam eine Welle von Beschwerden, die einfach nicht mehr aufhörte und stetig schlimmer wurde: bleierne Erschöpfung, Schwindel im Sitzen und im Stehen, Kopf- und Muskelschmerzen, Wortfindungsstörungen, ein Gedächtnis wie durch Nebel. Und dieses eine, grausame Muster: Nach jeder Anstrengung — körperlich oder geistig — kam der Absturz. Ein „Crash".

„Belastbar bis 40 Sekunden bei 70 Watt. Abbruch wegen Erschöpfung und anhaltendem Schwindel." — aus dem Belastungstest der Reha. Vierzig Sekunden. So klein war die Grenze geworden.

Die Odyssee — und der Satz, den viele von uns kennen

Was dann kam, kennen viele Betroffene auswendig: die Runde durch die Praxen. Hausärztin, HNO, Augenarzt, Orthopäde, Diabetologe, Neurologen, Neurochirurgie, Schlafmedizin, eine kardiologische Reha, eine neuropsychologische Klinik. MRTs, Ultraschall, EKG, Belastungstest, Blutbilder. Vieles war „unauffällig". Manches klang mit, was zu oft mitklingt, wenn die Geräte nichts finden: Vielleicht sei es ja die Psyche. Vielleicht solle sie einfach etwas mehr Sport machen.

Wenn dein Körper zusammenbricht und man dir sagt, du müsstest dich nur mehr bewegen, ist das nicht nur falsch — es kann dich in den nächsten Crash schicken. Und irgendwann schwingt der Verdacht mit, das Ganze sei vielleicht bloß eine „Modeerkrankung". Wir möchten mit dieser Seite das Gegenteil beweisen.

Was lange niemand sah, steht heute schwarz auf weiß

Es hat gedauert, aber die Diagnosen sind heute amtlich und ärztlich gesichert — kein Zweifel, keine Einbildung:

Long COVID · ICD-10 U08.9 (gesichert) Post-COVID-Syndrom PEM — Post-exertionelle Malaise Schwere Fatigue Neurokognitive Störung GdB 40 — rückwirkend ab 11/2022

Die kardiologische Reha hielt außerdem fest, dass Sarahs Herz strukturell gesund ist (gute Pumpfunktion) — die Grenze liegt also nicht im Herzen, sondern in dem, was Long COVID mit dem Nervensystem und dem Energiestoffwechsel macht.

Der Preis

Diese Krankheit nimmt nicht nur Kraft. Sie nimmt Leben. Sarah konnte nicht mehr arbeiten, konnte die fast fertige Weiterbildung nicht beenden, kann kurze Strecken oft nicht mehr mit dem Auto fahren. Und mitten in dieser ohnehin dunklen Zeit haben wir beide Elternteile verloren. Es gab Wochen, in denen das Wort „normal" wie aus einem anderen Leben klang.

Warum es mypacing gibt

Bei all dem gab es einen Lichtblick — einen Satz, der fast unterging: Selbst die Reha schrieb am Ende, dass für Long COVID „eine standardisierte Belastung keinen Sinn macht", sondern nur individuelle, tagesabhängige Aktivität im eigenen Rahmen. Dass eine normale Herzsportgruppe sogar kontraproduktiv ist. Dass der Weg Pacing heißt: die Energie einteilen, unter der eigenen Grenze bleiben, Crashs vermeiden.

Das war die Antwort. Nur: Wie macht man das im Alltag? Woher weißt du morgens, wo deine Grenze heute liegt — an einem heißen Tag, nach einer schlechten Nacht, nach drei zu vollen Tagen? Es gab kein Werkzeug, das die eigenen Körperdaten nimmt und in einfache, ehrliche Worte übersetzt. Die Industrie baut Schrittzähler, die zu mehr Aktivität antreiben — das genaue Gegenteil von dem, was wir brauchen.

Also haben wir es selbst gebaut. Kein Fitness-Tracker. Ein Pacing-Werkzeug — von Betroffenen für Betroffene.

mypacing nimmt deine Wearable- und Gesundheitsdaten und sagt dir in Klartext, wie es deinem Körper geht, was das bedeutet und was du heute tun kannst. Es rechnet Wärme, schlechten Schlaf und die Anhäufung von Belastung mit ein — die Dinge, die uns immer wieder in den Crash geschickt haben. Es verspricht keine Heilung, denn die gibt es (noch) nicht. Aber es gibt dir etwas zurück, das diese Krankheit nimmt: einen Schritt Kontrolle.

Was wir wollen

Wir wollen verstehen, was da mit uns passiert — und wir wollen es nicht allein tun. Deshalb fließen die freiwilligen, anonymisierten Daten aller Mitmachenden in ein gemeinsames „Gehirn" zusammen: um Muster zu finden, die einer allein nie sieht — was Crashs auslöst, was anderen hilft, wie Temperatur, Schlaf und Belastung zusammenhängen. Kein Unternehmen verdient daran. Die Daten werden nicht weiterverkauft. mypacing ist kostenlos und lebt von freiwilligen Spenden.

Wir sind keine Ärzte und keine Firma. Wir sind zwei Menschen, die alles ausprobiert haben, was medizinisch möglich war, und die sich ein ehrliches, unabhängiges Werkzeug gewünscht hätten, als es am dunkelsten war. Weil es das nicht gab, bauen wir es — und teilen es. Für Sarah. Für dich. Für alle, denen zu oft gesagt wurde, es sei „nicht so schlimm".

Wenn du das hier liest und nickst, weil du es kennst: Du bist nicht allein, und du bildest dir nichts ein. Lass uns gemeinsam nach Antworten suchen — und nach einem Weg zurück in ein normales Leben.

— Sarah & Siegfried

Mach mit — im eigenen Tempo

Kostenlos, anonym möglich, ohne Verkauf deiner Daten. Jede Person, die mitmacht, macht die gemeinsamen Muster ein Stück klarer.

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mypacing ist kein Medizinprodukt und stellt keine Diagnose. Es ersetzt keine ärztliche Behandlung, sondern hilft dir, deinen Alltag besser zu verstehen und mit deiner Ärztin oder deinem Arzt zu besprechen. Die hier genannten Diagnosen und Befunde sind die von Sarah — mit ihrem ausdrücklichen Einverständnis geteilt, um zu zeigen: Long COVID und ME/CFS sind real. Im Notfall: 112. · © 2026 mypacing · Bleib in deinem Tempo.